Gesundheit und Wellness

Akutes Atemnotsyndrom (ARDS) bei Hunden

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Schocklunge bei Hunden

Unter dem akuten Atemnotsyndrom (ARDS) versteht man einen Zustand plötzlichen Atemversagens aufgrund von Flüssigkeitsansammlung und schwerer Entzündung in der Lunge. ARDS ist ein lebensbedrohliches Problem, wobei die Sterblichkeitsrate bei Hunden derzeit bei fast 100 Prozent liegt. Dieser Zustand wird medizinisch auch als Schocklunge bezeichnet, da er nach einer Episode auftritt, die zu einem Schockzustand führt, beispielsweise nach einer traumatischen Verletzung. Als typisches Syndrom weist ARDS auf eine zugrunde liegende Erkrankung hin, in der Regel auf ein schädigendes Ereignis, das es Blut, Flüssigkeit und Gewebe ermöglicht hat, die Barriere zu überwinden und in die Alveolen, die Luftzellen in der Lunge, einzudringen und diese zu kollabieren. Sobald die Alveolen auf diese Weise geschädigt sind, wird das Atmen erschwert und schließlich unmöglich, wenn nicht schnell behandelt wird.

Beim Menschen scheint es einen genetischen Faktor für die Entstehung von ARDS zu geben, bei Hunden wurde dieser Faktor jedoch noch nicht untersucht.

Symptome und Typen

Ein akutes Atemnotsyndrom kann je nach zugrunde liegender Ursache bei einer Reihe von Erkrankungen und mit unterschiedlichen Symptomen auftreten. Im Folgenden sind einige allgemeine Symptome aufgeführt, die bei ARDS auftreten:

  • Extreme Anstrengung beim Atmen
  • Husten
  • Ausfluss aus der Nase
  • Fieber
  • Zyanose (blaue Verfärbung der Haut)
  • Andere Anzeichen im Zusammenhang mit der Grunderkrankung

Ursachen

Im Folgenden sind einige der Hauptursachen für ARDS bei Hunden aufgeführt:

  • Lungenentzündung
  • Einatmen von Rauch und schädlichen Gasen
  • Fast ertrunken
  • Thermische Verbrennungen
  • Aspiration von Mageninhalt
  • Schwerwiegende Infektionen der Lunge oder des Blutkreislaufs
  • Lungenverletzung aufgrund eines Traumas
  • Andere schwere Krankheit

Diagnose

Das akute Atemnotsyndrom ist ein medizinischer Notfall, der sofortige Behandlung erfordert. Ihr Tierarzt wird den Zustand Ihres Hundes beurteilen und sofort eine Notfallbehandlung einleiten. Sie müssen Ihrem Tierarzt eine gründliche Anamnese über den Gesundheitszustand Ihres Hundes, das Auftreten von Symptomen und mögliche Vorfälle, die dieser Erkrankung vorausgegangen sein könnten, wie z. B. ein Trauma an einem Körperteil oder das Einatmen von Gasen, Dämpfen oder Feststoffen, vorlegen . Zusätzlich zur Notfallbehandlung wird Ihr Tierarzt daran arbeiten, die zugrunde liegende Ursache für das plötzliche Lungenversagen zu finden. Es werden verschiedene Labortestpanels bestellt, darunter Bluttests, biochemische Serumtests, Urintests und Blutgasanalysen. Die Blutgasanalyse ist eine der wichtigsten diagnostischen Methoden in der tierärztlichen Praxis zur Diagnose von ARDS. Ihr Tierarzt wird außerdem Röntgenaufnahmen des Brustkorbs und eine Echokardiographie anordnen, um die Funktionsfähigkeit von Lunge und Herz visuell zu untersuchen und zu beurteilen.

Behandlung

Hunde, die an diesem Syndrom leiden, benötigen eine Notfallbehandlung auf einer Intensivstation. Neben der Notfallbehandlung muss die zugrunde liegende Ursache ermittelt und behandelt werden, um weitere Komplikationen oder den Tod zu verhindern. Trotz der jüngsten Fortschritte bleibt ARDS eines der schwierigsten und herausforderndsten Probleme in der tierärztlichen Praxis.

Um die Atemnot zu minimieren, wird sofort mit einer ergänzenden Sauerstofftherapie begonnen. Wenn Ihr Hund nicht gut auf die Sauerstofftherapie anspricht und weiterhin schwere Atemprobleme hat, kann eine beatmungsgestützte Atmung einen größeren Erfolg bringen. Zu den Medikamenten zur Behandlung von ARDS gehören Antibiotika, Schmerzmittel, Flüssigkeitstherapie und Kortikosteroide zur Linderung von Entzündungen und Schwellungen. Um den Fortschritt Ihres Hundes in der Anfangsphase der Behandlung verfolgen zu können, sind häufige Messungen von Temperatur, Puls, Atemfrequenz und Blutdruck erforderlich. Wenn Ihr Hund beatmet wird, sind möglicherweise auch regelmäßige Physiotherapiesitzungen und häufige Veränderungen der Körperhaltung erforderlich, um Komplikationen im Zusammenhang mit der Beatmungsunterstützung vorzubeugen. Von ARDS betroffene Hunde werden in strenger Käfighaltung gehalten, bis sie sich vollständig erholt haben.

Leben und Management

ARDS ist ein sehr ernstes Gesundheitsproblem, das für eine erfolgreiche Behandlung, Bewältigung und Pflege der Erkrankung ständige Unterstützung von Ihrer Seite erfordert. Befolgen Sie unbedingt die Anweisungen Ihres Tierarztes und wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Arzt. Wenn eine Grunderkrankung nicht abschließend diagnostiziert und behoben werden konnte, kann es zu einer weiteren Episode von Atemnot kommen. Hunde, die betroffen sind und diese Krankheit überlebt haben, brauchen normalerweise Zeit, Ruhe und eine gute Ernährung, um sich vollständig zu erholen. Beschränken Sie Ihren Hund nicht auf stickige oder heiße Orte und lassen Sie ihn signalisieren, wenn er genug Gassi oder Bewegung hatte. Bei manchen Hunden kommt es auch nach Abklingen der Erkrankung zu einer Vernarbung der Lunge, ein Zustand, der als Fibrose bezeichnet wird, und das Lungengewebe wird steifer und kann weniger Sauerstoff speichern. Das Befolgen der Ernährungs- und Behandlungsempfehlungen Ihres Tierarztes und die Minimierung der Aktivität sind der beste Weg, um ein Wiederauftreten zu verhindern.