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Der Laden begann, abgelaufene Lebensmittel zu verkaufen. Kunden sollen sie auf besondere Weise testen, um zu sehen, ob sie in Ordnung sind

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Wir haben hier mehrere Trends, die zu einer Schlussfolgerung führen. Es handelt sich vor allem um ein Abfallphänomen, das vor allem in westlichen Gesellschaften weit verbreitet ist und in manchen Ländern schätzungsweise bis zu einem Drittel der gekauften Lebensmittel weggeworfen wird. Gleichzeitig werden Lebensmittel in Hülle und Fülle entsorgt, die abgelaufen sind, aber noch verzehrt werden könnten. Und dann gibt es natürlich noch die ständig steigenden Lebensmittelpreise, die Verbraucher dazu veranlassen, nach kostengünstigen Alternativen zu suchen.

Nicht alles muss korrupt sein

Es stehen große Veränderungen bevor und die ersten Schwalben werden in Großbritannien gesichtet. Die lokale Handelskette Coop hat angekündigt, auf Joghurts nicht mehr das Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern nur noch die Mindesthaltbarkeit anzugeben. Dadurch wird die Produktpalette, die weiterhin verkauft werden kann, deutlich erweitert.

Gleichzeitig riet der Laden den Kunden, sich verantwortungsvoll zu verhalten und Produkte, deren Verfallsdatum offiziell abgelaufen sei, nicht sofort wegzuwerfen. Sie müssen sie öffnen und testen, ob sie wirklich schlecht sind oder ob man sie noch verzehren kann. Grundlage sollte ein Geruchstest sein, der Aufschluss über den Zustand des Produktes gibt. Ein ähnliches Vorgehen hat vor einiger Zeit auch der Konkurrenzladen Morrisons gewählt.

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Ernährungsumstellung

Experten weisen jedoch darauf hin, dass der Geruchstest zwar nett ist, uns aber nicht wirklich viel sagt. Ja, wenn das Essen bereits riecht, ist es angebracht, es sofort wegzuwerfen und vor allem nicht zu verzehren. Das Problem liegt jedoch darin, dass sich der Geruch oder gar das Aussehen des Produkts erst relativ spät zu verändern beginnt. Doch bereits vorher laufen darin Prozesse ab, die man als schädlich bezeichnen kann. Beispielsweise können wir auf diese Weise das Vorhandensein verschiedener Bakterien nicht erkennen. Natürlich kommt es auch auf die Art des Lebensmittels an, doch Joghurt ist besonders empfindlich.

Andererseits gehen diese Maßnahmen in eine positive Richtung, da sie dazu führen, dass Verbraucher weniger Lebensmittel verschwenden. Das ist an sich schon sehr falsch, aber angesichts der aktuellen Nahrungsmittelkrise ist es einfach notwendig, Gewohnheiten zu ändern. Auch wenn es auf einzelnen Märkten immer noch reichlich Lebensmittel gibt, sind sie weltweit knapp, und Verschwendung an einem Ort kann an anderer Stelle zu Hungersnöten führen.

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